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Das Modell der Psychographie

Sachtypus

Denken: Der so genannte Sachtypus hat die besonderen Fähigkeiten, das Wesen der Welt in eine klare Struktur zu bringen. Er analysiert, konzipiert und strukturiert. Dies lässt sich am besten mit dem Bild einer Matrix veranschaulichen, die klar gegliedert und geordnet ist und wo jedes notwendige Element an seinem richtigen Platz ist. Zwei oder drei „Bälle“ des Fühlens, die für ein Konzept notwendigen Ideen, sind hier an ihrem richtigen Platz, anderes wird ausgeblendet. Der Sachtyp versteht die Welt durch das Denken.


Mehr zum Sachtyp:

Der Sachtypus ist besonders gut im Denken und Analysieren. Er neigt daher dazu, diese Fähigkeit besonders stark zu nutzen. Vor jeder Entscheidung denkt und denkt er immer tiefer. Er findet oft noch viele neue Elemente, die für ihn wichtig sind, ihn aber von einer Entscheidung abhalten. Das Handeln folgt aber erst dann, wenn aus seiner Perspektive heraus alles hinreichend genau durchdacht ist, nämlich erst dann kann er eine Entscheidung treffen. Bei perfektionistischen Menschen kann dieser Entscheidungsprozess (fast) unendlich lange dauern. Wenn sie der Ansicht sind, dass jede Entscheidung zu 100% fundiert sein muss (was nicht geht!), so werden sie nie eine Entscheidung treffen.

Folglich besteht die relative Schwäche des Sachtyps im Handeln. Auf der Beziehungsebene hingegen gibt es für die Sachtypen meist wenig Schwierigkeiten. Durch ihre sachliche, logische Art überzeugen sie kraft ihrer Argumente, und durch ihre eher zurückhaltende, überlegende Art drängen sie sich eher nicht in den Vordergrund. Dieses Verhalten ist eher beziehungsneutral.

Beispiel: Kauf eines Autos durch einen Sachtyp. Dieser Mensch plant die Anschaffung eines neuen Autos. So könnte er zum Beispiel eine Automobilzeitschrift abonniert haben, um immer die neuesten Testberichten zu erhalten oder auch den TÜV-Report lesen, damit er eine Aussage über die Reparaturanfälligkeit der verschiedenen Automobilmarken erhält. Vielleicht ist auch Mitglied des ADAC. Nun weiß er mit großer Sicherheit, dass er einen Kombi fahren möchte, weil ihm dieser viel Platz für die Familie und das Urlaubsgepäck bietet. Er ist aber unentschieden, ob er einen Volvo, BMW, Mercedes oder vielleicht sogar einen Subaru fahren soll. Von der Marke her würde er den BMW präferieren, allerdings bietet BMW beim 5er Modell keinen Allradantrieb. Der Volvo würde ihm schon gefallen, allerdings sind die Motoren relativ ruppig und laut. Der Mercedes ist ihm als Marke nicht so recht und auch relativ teuer. Neben all diesen Überlegungen spielt noch eine Rolle, dass er bisher immer Benziner-Modelle gefahren hat, die Testberichte aber viel Positives über die Common-Rail-Diesel-Motoren schreiben: hohe Durchzugskräfte, gewaltiges Drehmoment, gleichzeitig aber geringer Verbrauch. Soll er vielleicht dieses Mal auf einen Diesel umsteigen? Da liest er in der Automobilzeitschrift, dass BMW plant, den 5er der nächsten Generation als Allradvariante mit Dieselantrieb aufzulegen. – Die Kaufentscheidung (das Handeln) wird vertagt.


Mehr zum Zusammenhang zwischen diesem Typus und der Eignung in bestimmten Berufen:

Der Sachtyp eignet sich besonders gut für Aufgaben, bei denen es auf das analytische Denken, die Bildung von Strukturen, Genauigkeit und Präzision ankommt. Controlling, Buchhaltung, Kreditanalyse, Finanzanalyse, EDV und Revision sind beispielsweise typische Einsatzbereiche.

Beruflicher Erfolg: Der Sachtyp überzeugt durch seine sachlich und analytisch durchdachten Gedanken. Da er sich dafür recht viel Zeit nehmen kann, kann es sein, dass er anfangs in einer beruflichen Aufgabe recht viel Zeit verbringt: Er möchte alles möglichst genau verstehen. Erst dann, wenn er die Sachverhalte genügend tief ergründet hat, entscheidet er sich zum Handeln. Dieses kann dann aber mit viel Kraft entwickelt werden, wenn er sich seiner Sache sicher geworden ist. Im Dialog mit anderen Menschen tritt er dann bisweilen sehr überzeugend auf und hat immer noch einige weitere Argumente parat, die andere noch nicht entdeckt haben; die Folge seines langen Nachdenkens. Auf diese Art und Weise kann er sich dann auch gegen andere durchsetzen.


Ein Beispiel zur Selbstanalyse

Ein Sachtyp entdeckt sich selbst, nachdem er im Alter von 42 Jahren Bekanntschaft mit der Psychographie machte: Als 9-jähriger durchstöberte er die Schulbibliothek in der Grundschule nach Büchern. Nein, nicht Karl May war angesagt, sondern Chemie und insbesondere Astronomie. Clostridium Botulinum und die Keplerschen Gesetze hatten es ihm angetan. Er verschlang alle Bücher zur Astronomie, die ihm in die Hände fielen. Aus dem Stubenhocker, der keinerlei Sport trieb und sich nur selten mit seinen zwei Freunden traf und anderen Menschen eher aus dem Weg ging, wurde eine Leseratte: Er wollte immer mehr wissen und den Dingen immer tiefer auf den Grund gehen. Nach zwei Jahren kam eine erste Entwicklung auf. Von seinem ersparten Taschengeld und ersten Geldeinnahmen aus bezahlten Tätigkeiten kaufte er sich ein Spiegelteleskop, um sein Wissen im Handeln zu vertiefen: Sonnenfleckenzyklen wurden beobachtet und kartographiert, der Mond wurde erforscht und auf den Spuren von Galileo folgte er den Bewegungen der Jupitermonde. Wiederum zwei Jahre weiter trat eine erneute Entwicklung ein. Nach der Entdeckung des Machens wollte er nun sein Hobby im Kontakt mit Menschen weiter entwickeln. Er gründete am Gymnasium eine Astronomie-Arbeitsgemeinschaft und hielt in einem Kreis von interessierten Jugendlichen Vorträge über die Astronomie. Später lud er hier auch externe Referenten und Eltern ein. – In seinem weiteren Leben folgte er diesem Muster und Zyklus immer wieder: Wissenserwerb durch Lesen, Erproben im Handeln, Austausch mit anderen und Bereitstellung für andere. Er wurde Unternehmensberater und Coach.

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Übersicht der Typen:

Die Dynamik des Modells der Psychographie